Bestellt und nicht abgeholt so der Titel einer Veröffentlichung von Lars Schmitt – Professor für Soziologie an der Hochschule Düsseldorf, in der er detailliert auf Habitus-Struktur-Konflikte im Studium eingeht. Doch wie können Lehrende dazu beitragen, dass sich Studierende abgeholt oder willkommen fühlen? Welche ungeschriebenen Codes, Verhaltens- und Einstellungsmuster treffen an der Universität aufeinander? Welches sind die spezifischen Ex- und Inklusionsmechanismen des universitären Umfeldes/der eigenen Fachkultur?
Manch eine Verhaltensweise, die sich zunächst als mangelnde Studierfähigkeit, Begabung, Leistungsbereitschaft und kognitive Fähigkeiten darstellen mag, kann ebenso auf fehlende Vertrautheit mit dem akademischen Milieu und/oder der spezifischen Fachkultur zurückgeführt werden. Das universitäre Umfeld ist mehr oder weniger offen für die unterschiedlichen Dispositionen ihrer Mitglieder. So können beispielsweise eine unglückliche Ansprache von Ihnen als Lehrendem/r, passives Verhalten im Unterricht, fehlende Demonstration von Leistung, ein höheres Maß an Sicherheit- und Planbarkeitsbestrebungen Ausdruck einer Unsicherheit im Universitätsmilieu sein. Als Lehrende können Sie Ihre Studierenden nicht nur dabei unterstützen, sich in dieses einzufinden, sich ihrer und anderer Dispositionen und deren Effekte bewusst zu werden, sondern auch zu einer Minimierung exkludierender Faktoren beitragen.
Vgl.:
Olescko, Sven: Zum Verhältnis von sozialer Normorientierung und Diversität in der Hochschullehre – oder anders: Um wen geht es in der Hochschullehre?, in: Diversität konkret. Handreichung für das Lehren und Lernen an Hochschulen, 2014.