Wir möchten Sie herzlich zu den kommenden Food for Thought Lunch Lectures einladen!

Im Wintersemester 2026/27 stehen unterschiedliche Verwendungsweisen Künstlicher Intelligenz für und wider eine inklusive und (geschlechter)gerechte Welt im Fokus der Lunch Lectures. Neben einem besonderen Auftakt sind wöchentliche Impulsvorträge geplant, die in Kooperation mit dem AlleFLINTA*Referat des AstA der JGU hybrid stattfinden.

Die interdisziplinären Lunch Lectures „Denkanstöße – Food for Thought“ geben einen Einblick in aktuelle (Forschungs-)Fragen und machen so Gender und Diversity (Studies) Perspektiven, auch in ihrer Verschränkung mit anderen Macht- und Herrschaftsverhältnissen, sichtbar. Nach einem ca. 25-minütigen Impulsvortrag wird in lockerer Runde diskutiert.

Alle, die sich für Themen rund um Geschlecht und Intersektionalität interessieren, sind herzlich dazu eingeladen, sich status- und disziplinübergreifend auszutauschen und in entspannter Atmosphäre bei Kaffee und Tee zu vernetzen.

Please, bring your lunch!

Was bedeutet die flächendeckende Einführung von Künstlicher Intelligenz (KI) für unsere vielfältige Gesellschaft? Inwiefern reproduziert und stabilisiert KI bestehende Machtverhältnisse? Könnte sie auch als emanzipatives Tool im Sinne eines intersektionalen Feminismus genutzt werden, um Hegemonien zu unterlaufen?

Im Wintersemester 2026/27 finden die Lunch Lectures in Kooperation mit dem autonomen AlleFLINTA*-Referat des AStA statt und thematisieren Künstliche Intelligenz, ihre gewaltvolle Nutzung sowie Möglichkeiten ihrer Transformation zugunsten einer inklusiveren und (geschlechter-)gerechteren Welt.

Dienstags, 12:15 Uhr | HYBRID: auf dem JGU Campus & online via MS Teams

Für die Online-Teilnahme ist eine vorherige Anmeldung notwendig.

Dienstag, 27. Oktober 2026 | 12:15 Uhr | hybrid

Wir starten mit einer besonderen Auftaktveranstaltung in die Lunch Lectures!

Zunächst nähern wir uns mittels einer interaktiven Einführung von Tabea Schloß (JGU Mainz) dem Thema Künstliche Intelligenz an, bevor wir gemeinsam die Keynote „Künstliche Intelligenz – eine Frage der Macht“ von Dr. Eva Gengler besuchen, die im Rahmen der RMU-Wochen der Chancengleichheit 2026 stattfindet.

mit Tabea Schloß, M.A. ( JGU Mainz)

Der Impulsvortrag führt grundlegend in die Funktionsweise von (generativer) Künstlicher Intelligenz ein und klärt zentrale Begriffe, wie Chatbot, Agent und Bias. Dabei stehen nicht nur Chancen und Risiken der KI-Nutzung im Fokus, sondern auch eigene Erfahrungen der Teilnehmenden.

Tabea Schloß ist Mitarbeiterin der Koordinierungsstelle Digitales Lehren und Lernen der JGU Mainz und beschäftigt sich in dieser Rolle seit Anfang 2023 mit dem Thema Künstliche Intelligenz und ihren Auswirkungen auf die Hochschulbildung. Neben der Organisation von Informationsveranstaltungen zum Thema KI und der Begleitung von KI-Lehrprojekten, ist sie maßgeblich an der Gestaltung des Umgangs mit KI in Studium und Lehre an der JGU beteiligt.

Ort: Rote Infobox (am ReWi, Jakob-Welder-Weg 2, 55128 Mainz) & online via MS Teams bzw. Zoom

mit Dr. Eva Gengler
Im Rahmen der RMU-Wochen der Chancengleichheit 2026

Künstliche Intelligenz verändert zunehmend, wie wir forschen, Wissen produzieren und Entscheidungen treffen. Doch KI ist nicht neutral: Daten, technische Systeme und ihre Nutzung sind in gesellschaftliche Machtverhältnisse eingebettet und können bestehende Ungleichheiten reproduzieren

Der Vortrag betrachtet KI aus intersektional-feministischer und soziotechnischer Perspektive und fragt, welche Folgen ihr Einsatz für Chancengleichheit in Forschung und Wissenschaft haben kann. Welche Perspektiven werden sichtbar – und welche fehlen? Wo entstehen neue Risiken für Teilhabe und Gerechtigkeit? Und wie können Wissenschaftler:innen und Institutionen KI bewusst so einsetzen und gestalten, dass neue Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten entstehen

Ein Impuls, der Fragen stellt und den Raum zur kritischen Reflexion und gemeinsamen Diskussion über einen verantwortungsvollen und chancengerechten Umgang mit KI in der Wissenschaft aufmacht.

Eva Gengler ist Wirtschaftsinformatikerin, Wissenschaftlerin, Autorin und Geschäftsführerin. Ihre Forschung befasst sich mit Künstlicher Intelligenz und Macht aus intersektional-feministischer und soziotechnischer Perspektive. An der FAU Erlangen-Nürnberg promovierte sie im internationalen Promotionsprogramm Business and Human Rights mit summa cum laude. Zu ihren wissenschaftlichen Schwerpunkten gehören Forschung zu KI-Governance, KI-Regulierung und feministischer KI Als Geschäftsführerin von enableYou Consulting GmbH und Co-Founderin der feminist AI Community verbindet sie wissenschaftliche Forschung mit organisationaler Praxis. 2026 erschien ihr Buch Feministische KI; im selben Jahr wurde sie mit dem STRIVE Award ausgezeichnet.


Eva Genglers Vortrag findet via Zoom statt, sodass alle Lunch Lecture-Teilnehmenden vor Ort herzlich eingeladen sind, nach dem Impuls (und einer kurzen Pause) vor Ort zu bleiben und gemeinsam am Zoom-Meeting teilzunehmen. Online-Gäste bitten wir, nach dem ersten Teil der Lunch Lecture selbstständig den digitalen Raum zu wechseln.

Eine Anmeldung zum Vortrag von Eva Gengler ist nicht notwendig, treten Sie der Sitzung einfach über diesen Link bei: https://uni-frankfurt.zoom-x.de/j/62294322173?pwd=BdVIXZHvQopodXobxi3wtm7zgvqkpz.1

Donnerstag, 5. November 2026 | 12:15 Uhr | hybrid

Diese/r Impuls/Diskussion lädt zu einer Reflexion der gegenwärtig beobachtbaren Kolonisation des Epistemischen durch datenbasierte Künstliche Intelligenz (KI) ein. Mit Hilfe des Konzepts «Epistemischer Gewalt» wird nach der Gewalt gefragt, die dieser aktuellen soziotechnischen Dynamik innewohnt, insbesondere dem mit Hilfe von KI produzierten Wissen sowie den Mitteln und Wegen seiner Herstellung, Zirkulation und Anwendung. Im Anschluss an feministische, post- und dekoloniale Stimmen werden damit Ideal/Vorstellungen von (techno/wissenschaftlichem) Wissen als grundsätzlich gut und erstrebenswert zur Disposition gestellt. Zentriert wird, wie datenbasierte KI durch kapitalistische sowie Kontroll- und Überwachungsinteressen geprägt ist, wie der von ihr privilegierte datenzentrierte Zugriff auf die Welt mit Normierungen und Normalisierungen einhergeht, und wie planetarische Kosten durch Ausbeutung einer objektifizierten Natur als notwendige Nebeneffekte gehandelt werden. Künstliche Intelligenz und KI-basiertes Wissen als epistemisch gewaltvoll zu denken, fordert technikdeterministische und technosolutionistische Narrative heraus, und ruft dazu auf, um die Möglichkeit von Wissen/sherstellung – gerade auch jenseits und ohne KI – zu ringen.

Bianca Prietl ist Soziologin und Professorin für Geschlechterforschung mit Schwerpunkt Digitalisierung am Zentrum Gender Studies der Universität Basel (Schweiz). Ihre Arbeiten sind in der Feministischen Wissenschafts- und Technikforschung, der Kritischen Männlichkeitenforschung und der rekonstruktiv-interpretativen Sozialforschung situiert. Zentraler Gegenstand ihrer Forschung sind soziotechnische Digitalisierungs- und Datafizierungsdynamiken.

Ort: Leaf-Lab (Lageplan), Johannes-von-Müller-Weg 2, 55128 Mainz & online via MS Teams

Mittwoch, 11. November 2026 | 12:15 Uhr | hybrid

Am Beispiel des Zusammenhangs zwischen KI-Chatbots und Suizidalität befasst sich der Vortrag mit der Frage, inwieweit KI alle Aspekte rassialisierter Lebensformen ablehnt (McKitterick 2020) und dadurch eine Matrix für Faschisierung schafft. Zu diesem Zweck führe ich den Begriff des „präemptiven Faschismus“ ein. Ich untersuche Suizide von vor allem rassialisierten Jugendlichen in Folge von Chatbot-Kommunikation als Materialisierung einer KI, die technologisch den Tod derjenigen heraufbeschwört, die dem neuen faschistischen Körper nicht entsprechen (Herzog 2025).

Katrin Köppert ist Kunst- und Medienwissenschaftlerin. Ihre Arbeit konzentriert sich auf Medientheorien des digitalen Kolonialismus, kritische Theorien des Computings an der Schnittstelle von Kunst, Design und visuellen Kulturen, digitale Gedächtnisforschung sowie Queer Media Studies. Sie vertrat bis vor Kurzem die Professur für Medientheorie an der Humboldt-Universität zu Berlin und ist Juniorprofessorin für Kunstgeschichte / populäre Kulturen an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Zu ihren jüngsten Veröffentlichungen zählen Knowing memes means knowing the internet as irrevocably black as fuck. Memetische Enteignung und/als Emanzipation (2025) und Hologrammatiken der Gewalt: Digitale Erinnerung und Computational Blackface (2026).

Ort: Leaf-Lab (Lageplan), Johannes-von-Müller-Weg 2, 55128 Mainz & online via MS Teams

Dienstag, 17. November 2026 | 12:15 Uhr | hybrid

Politische Selbstwirksamkeit (internal political efficacy) ist ein zentrales Konzept, wenn es darum geht, zu erklären, warum und wie Personen politisch partizipieren. Diese Partizipation hat einen Effekt auf die deskriptive und die substanzielle Repräsentation von Personen(gruppen). Der Vortrag verbindet diese beiden Aspekte mit politischen Anwendungsfeldern künstlicher Intelligenz. Wenn die demokratische Qualität politischer Prozesse und Entscheidungen verbessert werden soll, muss ein umfassendes Verständnis der Möglichkeiten und Grenzen technologischer Anwendungen erlangt werden.
Es ist seit Langem bekannt, dass Selbstwirksamkeit zwischen verschiedenen Bereichen transferiert werden kann: Personen, die sich in einem Bereich kompetent fühlen, können dieses Kompetenzgefühl auf andere Bereiche übertragen. Wie reagieren also Personen, wenn sie glauben, dass künstliche Intelligenz in Wahlkämpfen zum Einsatz kommt? Welche Anwendungsbeispiele gibt es derzeit, und was ist aus gleichstellungspolitischer Perspektive hierzu anzumerken?
Der Vortrag möchte erste Forschungsergebnisse aufzeigen und den Fokus auf aktuelle Entwicklungen lenken.

Jasmin Fitzpatrick ist Politikwissenschaftlerin an der JGU Mainz. Ihre Forschung untersucht insbesondere die Digitalisierung politischer Parteien, digitale Wahlkämpfe und die Auswirkungen neuer Technologien, wie KI, auf politische Beteiligung und politische Selbstwirksamkeit. Sie verbindet vergleichende Parteienforschung mit quantitativen und qualitativen Methoden und engagiert sich international in Forschungsnetzwerken zur Digitalisierung von Politik. Sie ist Sibylle Kalkhof-Rose Preisträgerin 2026.

Ort: Rote Infobox (am ReWi, Jakob-Welder-Weg 2, 55128 Mainz) & online via MS Teams

Dienstag, 24. November 2026 | 12:15 Uhr | hybrid

Sexualisierte Deepfakes werden häufig vor allem als Problem der Täuschung, Desinformation oder des Verlusts von Privatsphäre diskutiert. Ihr zentraler Schaden liegt jedoch nicht allein darin, dass manipulierte Bilder für echt gehalten werden. Bereits ihre nicht einvernehmliche Erzeugung und Verbreitung verletzt Autonomie, Würde und soziale Handlungsfähigkeit der Betroffenen. Der Vortrag versteht sexualisierte Deepfakes deshalb als technikgestützte Fortsetzung bildbasierter sexualisierter Gewalt und geschlechtsspezifischer Machtverhältnisse. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie generative KI, leicht zugängliche Anwendungen, Plattformarchitekturen und gesellschaftliche Normen zusammenwirken und solche Inhalte erleichtern und normalisieren. Abschließend geht es um Prävention und widerständige Praxis: von verantwortlicher Plattformgestaltung und rechtlicher Unterstützung über Bildungsangebote bis hin zu solidarischen Handlungsmöglichkeiten, digitaler Selbstbestimmung und einer feministischen Technikgestaltung, die Einwilligung, Fürsorge und Gerechtigkeit ins Zentrum stellt.

Dana Mahr ist Forscherin am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Ihre Forschung beschäftigt sich mit den gesellschaftlichen, ethischen und politischen Folgen digitaler Technologien. Schwerpunkte liegen unter anderem auf KI und Geschlechterverhältnissen, sexualisierten Deepfakes, digitaler Gewalt, partizipativer Technikfolgenabschätzung sowie Fragen von Wissenschaft, Öffentlichkeit, Vertrauen und Wissenstransfer.

Ort: Rote Infobox (am ReWi, Jakob-Welder-Weg 2, 55128 Mainz) & online via MS Teams

Dienstag, 1. Dezember 2026 | 12:15 Uhr | hybrid

Künstliche Intelligenz wird zunehmend im Asylverfahren eingesetzt. Ausgehend vom Forschungsprojekt AISYL gibt der Vortrag zunächst einen Überblick über den Einsatz solcher Technologien mit einem besonderen Fokus auf Deutschland und Österreich. Dabei geht es sowohl um die Möglichkeiten, die staatliche Akteure mit ihrem Einsatz verbinden, als auch um die negativen Folgen, die für Asylsuchende beobachtet werden. Kritisiert werden unter anderem fehlerhafte Ergebnisse, Eingriffe in die Privatsphäre und mögliche Auswirkungen auf das Grundrecht auf Asyl. Doch was genau bedeutet es, wenn ein algorithmisches System „fehlerhaft“ funktioniert? Am Beispiel der KI-gestützten Dialekterkennung wird dieser Frage genauer nachgegangen. Ein Blick auf die „ground truth“ solcher Systeme – die Datensätze, mit denen Modelle trainiert werden – zeigt, wie bestimmte Vorstellungen von Sprache, Herkunft und Zugehörigkeit stabilisiert und bestehende Machtverhältnisse fortgeschrieben werden können. Zum Abschluss richtet der Vortrag den Blick auf feministische Kritik algorithmischer Wissensproduktion und fragt, ob und wie sich Formen des „Zweifels“ als feministische Praxis algorithmischer Kritik fruchtbar machen lassen. 

Laura Jung ist Postdoktorandin an der Universität Graz. Ihre Forschung befasst sich mit der internationalen Politik der Medizin, Technowissenschaften und Sicherheit, mit einem aktuellen Schwerpunkt auf digitalen und algorithmischen Technologien an den europäischen Außengrenzen und der Rolle von KI in Asylverfahren. Laura hat an der University of Sussex in Internationalen Beziehungen promoviert und zu Souveränität, Biopolitik, race/Rassismus, Psychiatriegeschichte und Trauma publiziert.

Ort: Leaf-Lab (Lageplan), Johannes-von-Müller-Weg 2, 55128 Mainz & online via MS Teams

Dienstag, 8. Dezember 2026 | 12:15 Uhr | hybrid

Was bleibt unsichtbar, wenn wir über Künstliche Intelligenz sprechen? Öffentliche Debatte und Regulierungsbemühungen konzentrieren sich meist auf Algorithmen, ihre Entscheidungen und mögliche Verzerrungen. Doch KI beginnt nicht beim Code und endet nicht beim Output. Sie entsteht in globalen Arbeitsverhältnissen, verbraucht Energie, Wasser und Rohstoffe und reproduziert Vorstellungen darüber, welches Wissen zählt, wessen Bedürfnisse relevant sind und welche Zukunft als Fortschritt gilt.

Ausgehend von meinem Buch „Code und Care“ stelle ich das Feminist AI Framework (FAIF) vor. Es verschiebt den Blick auf die Bedingungen, unter denen KI entsteht: Wer entwickelt sie, wer leistet die unsichtbare Arbeit, wer profitiert, wer trägt die sozialen und ökologischen Kosten, und welche Weltsichten werden dabei zur Norm? FAIF verbindet machtkritische Soziologie mit mehr-als-menschlicher Ethnologie und nimmt KI, Menschen, Tiere und Ökosysteme als Teile bio-technologischer Beziehungsgefüge in den Blick.

FAIF bleibt dabei nicht bei der Kritik stehen, sondern übersetzt die kritische Perspektive in Gestaltung. Care by Design fragt, welche Beziehungen, Abhängigkeiten und Verletzlichkeiten durch KI entstehen oder verstärkt werden. Wer trägt die Kosten, wer profitiert, und wessen Bedürfnisse bestimmen überhaupt, was als technischer Fortschritt gilt? Feministische KI bedeutet damit nicht weniger Innovation, sondern einen anderen Ausgangspunkt für Innovation: Nicht das technisch Machbare steht im Mittelpunkt, sondern die Frage, welche Zukünfte wir ermöglichen wollen. Feministische KI fragt deshalb nicht nur, welche Zukunft Technologie möglich macht, sondern für wen diese Zukunft gemacht wird.

Dr. Tanja Kubes ist Expertin für soziotechnische Systeme und forscht, lehrt und berät seit über zehn Jahren zu KI und Robotik. Sie verbindet machtkritische Soziologie mit mehr-als-menchlicher Ethnologie. 2025 stellte sie das breit rezipierte Feminist AI Framework (FAIF) vor. In „Code & Care. Mit Feministischer KI die Welt gerechter gestalten” (2026) legt sie frei, was sonst verborgen bleibt, die Arbeit hinter jedem Klick, die ökologischen Kosten, die als objektiv geltenden Weltbilder. Sie zeigt: eine andere Zukunft ist möglich.

Ort: Rote Infobox (am ReWi, Jakob-Welder-Weg 2, 55128 Mainz) & online via MS Teams

Dienstag, 15. Dezember 2026 | 12:15 Uhr | hybrid

KI-Chatbots können Empathie mittlerweile so gut simulieren, dass immer mehr Menschen sie zum Therapeuten, Coach, Freund, Lebens- oder Erotikpartner wählen. In einem mehrjährigen Projektseminar haben wir intime Beziehungen mit Chatbots kulturlinguistisch untersucht. Dazu haben wir ein Verfahren entwickelt, fiktive Personen mit einem intimen Problem oder Bedürfnis zu konstruieren und diese dann methodisch kontrolliert mit Chatbots interagieren lassen. In unserem Vortrag thematisieren wir, mit welchen empathischen Praktiken Chatbots ihren Nutzern suggerieren, mitfühlend zu sein und sie zu verstehen. Wir werden zeigen, dass sie dabei immer wieder außer Kontrolle geraten. Die in jüngster Zeit bekannt gewordenen KI-„Ausbrüche“ waren für uns daher keine Überraschung. Der tiefgreifende Wandel menschlicher Intimität, der mit KI-Chatbots eingesetzt hat, beinhaltet dunkle Abgründe, in die wir Einblick geben werden.

Wolf-Andreas Liebert, Jg. 1959, hat sein Studium an der Universität Heidelberg absolviert, M.A. und Promotion in Germanistischer Linguistik und Politischer Wissenschaft (1992), danach erfolgte die Habilitation an der Universität Trier (2001), seit 2002 ist er Professor für Germanistische Linguistik an der Universität Koblenz und seit 2026 emeritiert. Seine Forschungsschwerpunkte sind: Metapherntheorie, Empathieforschung, Religionslinguistik.

Lena Becker hat an der Universität Koblenz gymnasiales Lehramt für die Fächer Deutsch und Geschichte studiert und den Master of Arts Germanistik absolviert. Im Sommer 2025 hat sie ihr Referendariat am Studienseminar Koblenz abgeschlossen und unterrichtet seitdem hauptberuflich am Bertha-von-Suttner-Gymnasium in Andernach. Neben der Schule befindet sie sich derzeit in der Endphase ihrer Dissertation in der germanistischen Linguistik bei Prof. Dr. Wolf-Andreas Liebert.

Ort: Rote Infobox (am ReWi, Jakob-Welder-Weg 2, 55128 Mainz) & online via MS Teams

Dienstag, 12. Januar 2027 | 12:15 Uhr | hybrid

Weitere Infos folgen.

José Renato Laranjeira is a PhD Researcher at the Bonn Sustainable AI Lab investigating digital technologies’ impacts on Indigenous territories. He is a co-founder and advisor of the non-profit Laboratory of Public Policy and Internet – LAPIN, and a Member of Brazil’s Central Committee on Data Governance. In 2024, he advised the Brazilian government on digital policy as a UNESCO consultant at the G20. He is an alumnus of the Alexander von Humboldt Stiftung’s German Chancellor Fellowship.

Ort: Rote Infobox (am ReWi, Jakob-Welder-Weg 2, 55128 Mainz) & online via MS Teams

Dienstag, 19. Januar 2027 | 12:15 Uhr | hybrid

Künstliche Intelligenz soll medizinische Entscheidungen präziser und die Versorgung besser machen. Gleichzeitig kann sie bestehende Ungleichbehandlungen unbemerkt fortschreiben. Besonders deutlich wird das beim Merkmal Alter: Es ist in der Medizin oft prognostisch relevant, etwa bei der Dosierung von Medikamenten, zugleich aber mit Stereotypen von Gebrechlichkeit und Abhängigkeit verbunden. Wann ist eine altersbezogene Unterscheidung medizinisch begründet und wann wird sie zur Diskriminierung? Der Vortrag zeigt, wie algorithmische Verzerrungen entstehen und warum nicht jeder Bias schon Diskriminierung ist. Auf Grundlage von Diskriminierungstheorie und Medizinethik stellt er sechs Kriterien vor, mit denen sich prüfen lässt, ob Alter in KI-gestützten Entscheidungen verantwortbar berücksichtigt wird. Diskutiert werden soll, was sich daraus für andere Merkmale wie Geschlecht ableiten lässt.

Majse Kraft ist Doktorandin in der Forschungsgruppe „Menschenrechte und Ethik in der Medizin für Ältere“ an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Nach dem Studium Medizin – Ethik – Recht (M.mel.) in Halle-Wittenberg beschäftigt sie sich in ihrer Doktorarbeit mit Altersdiskriminierung in medizinischen KI-Systemen. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Ethik der künstlichen Intelligenz, in Fragen von Ungleichheit und Diskriminierung sowie in Theorien der Gesundheitsgerechtigkeit.

Ort: Rote Infobox (am ReWi, Jakob-Welder-Weg 2, 55128 Mainz) & online via MS Teams

Dienstag, 26. Januar 2027 | 12:15 Uhr | hybrid

Dieser Vortrag beschäftigt sich mit der Frage, ob es eine feministische KI-Praxis gibt: Die Repräsentation von Gender ist bei gängigen KI-Anwendungen wie Chatbots oder generativer KI oft stereotyp und voreingenommen. So sprechen Smart Speakers wie Siri mit einer weiblichen Stimme und verkörpern stereotype Eigenschaften einer weiblichen Assistentin. Generative KI generiert bei Prompts wie „doctor“ das Bild eines männlichen Arztes. Und alle KI-Modelle stützen sich auf Trainingsdaten, die ein stereotypes Bild von Geschlecht und gender zeichnen, was zu einer einseitigen und klischeehaften Repräsentation führt. Zudem sorgt die Hegemonie von einigen wenigen KI-Modellen dafür, dass es alternative Entwürfe von KI unmöglich erscheinen. Deswegen werde ich Bedingungen für eine feministische KI-Praxis erläutern sowie Möglichkeiten und Projekte vorstellen feministisch mit KI zu experimentieren und zu spekulieren. Dazu gehören Designmethoden wie das spekulative Design sowie ein Ansatz des „hacking back“.

Natalie Sontopski ist studierte Soziologin, arbeitet aber seit vielen Jahren interdisziplinär und oft kollektiv an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Technologie. Seit 2023 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule Anhalt und arbeitet im Projekt „Keine Kohle“ zur nachhaltigen Technologieentwicklung, ethnografischer Forschung und More-Than-Human-Design. Außerdem promoviert sie an der TU Dresden zum Thema „Strategien der Spekulation im Feld Creative AI“.

Hinweis: Natalie Sontopski wird den Vortrag digital halten.

Ort: Rote Infobox (am ReWi, Jakob-Welder-Weg 2, 55128 Mainz) & online via MS Teams

Dienstag, 2. Februar 2027 | 12:15 Uhr | hybrid

Legacy Russel’s manifesto, „Glitch Feminism“, is a call for digital strategies in the self-creation of gender and racial identity, that is, „glitches“ in the socio-technical fabric we inhabit. In the so-called „Age of AI“, it becomes relevant to interrogate how AI perceives us and our multifaceted identities, including class, profession and aspirations. In this talk, I will discuss critical contributions to AI research which show how the main functionality of AI is to „divide and conquer“. Then, I will discuss collective and individual strategies to „glitch AI“, that is, seek to break it or invert its functioning so that it benefits communities. My objective with this talk is to provide avenues for AI enthusiasts to critically engage their assumptions, and for AI skeptics to find their people and strategies.

Mattia Cerrato is a computer scientist. He is a Lecturer (Wissenschaftlicher Mitarbeiter) at the Institut für Informatik at JGU Mainz. He has been teaching a Responsible AI lecture for five years, but this is the first time he has been invited to discuss the topic at JGU. His academic research deals with discrimination, transparency and privacy in AI and has been published in both interdisciplinary conferences (FAccT, AIES) and technical venues (ICML, MLJ, AAAI). He sits on the board of directors of the European Association for Algorithmic Fairness.

Ort: Rote Infobox (am ReWi, Jakob-Welder-Weg 2, 55128 Mainz) & online via MS Teams

Die Teilnahme an den Lunch Lectures ist kostenlos. Für die Online-Teilnahme ist eine Registrierung über den Reiter des jeweiligen Termins nötig. Um die Veranstaltung besser planen zu können, freuen wir uns über Anmeldungen vorab – auch wenn Sie planen, in Präsenz an der Veranstaltung teilzunehmen.

Die Lunch Lectures finden in der Regel auf dem Campus der JGU in der Infobox (vor dem ReWi |Lageplan) statt und sind barrierefrei erreichbar. Am 5. und 11. November sowie am 1. Dezember 2026 treffen wir uns ausnahmsweise im ProjektLab (Raum 00 424) im LeaF.Lab (Johannes-von-Müller-Weg 2 | Lageplan), das auch barrierefrei zugänglich ist. Beide Orte verfügen zudem über barrierefreie WCs.

Haben Sie Fragen, Schwierigkeiten bei der Anmeldung oder Anmerkungen? Schreiben Sie uns gerne eine Mail an food-for-thought@uni-mainz.de